"La vita è un viaggio, non una destinazione."

Fr

27

Apr

2012

Besuch aus Deutschland

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Di

27

Mär

2012

Bericht II

Da es nun doch viele gibt, die an meinen offiziellen Berichten, die normal nur an den Unterstützerkreis gehen, interessiert sind, habe ich nun meinen zweiten Bericht auf meinem Blog hochgeladen.

 

 

Liebe UnterstützerInnen, Verwandte, Freunde und Familie,

 

endlich ist es soweit und mein zweiter Bericht erscheint!
Nachdem ich im ersten Bericht hauptsächlich meine Arbeit, Arbeitsstelle und Freizeit beschrieben habe, werde ich dieses Mal über ein bestimmtes Thema schreiben. Ich habe mich für das Thema ‚Kommunikation’ entschieden.

 

Wir alle haben jeden Tag damit zu tun, jedoch erlebe ich Kommunikation in den letzten Monaten auf viele verschiedene Arten. Mich hat das Thema viel beschäftigt und so konnte ich einiges dazu lernen, was ich mitteilen möchte.
In erster Linie bin ich jeden Tag damit beschäftigt eine neue Sprache zu lernen. Die einen lernen schneller, die anderen langsamer. Mich selbst ordne ich in die Gruppe langsam ein. Mittlerweile ist mein Wortschatz im Italienischen ganz in Ordnung, besonders im Punkt Erziehung.

 

Häufig ergaben sich Situationen, in denen ich nicht verstanden wurde oder andere nicht verstanden habe. Daraus folgte, dass meine Ideen nicht verwendet, mein Anliegen nicht wahrgenommen wurden oder ich Arbeitsaufträge falsch erledigte. Das nervt meine Arbeitskollegen und mich ebenfalls.

 

Einmal sollte ich mit Loredana, eine Bewohnerin, zur Piazza San Giovanni laufen und dort Alice treffen. Dort war Alice aber nicht, dafür aber mit der Zeit eine Loredana, die schrie und weinte. Sie wollte endlich den versprochenen Kaffee, ich allerdings hatte kein Geld dabei. Um mich waren nur jede Menge Leute auf dem Markt und Loredana, die in ein Café rannte. Dort gelang es mir schließlich für sie einen kostenlosen Kaffee zu organisieren und durfte telefonieren. Dann klärte sich auf, dass ich auf der falschen Piazza stand. Einerseits zeigte sich hier deutlich eine Grenze, die ich andererseits zu überwinden schaffte.

 

Außerdem lernte ich Menschen, die eine Sprache nicht perfekt beherrschen, besser zu verstehen und mehr zu respektieren. Ich erinnere mich gut an frühere Situationen auf dem Schulhof in denen es hieß: "Lern doch erst mal richtig Deutsch."
Nun weiß ich, wie man sich fühlt, wenn einem nicht richtig zugehört wird, weil man sich nicht klar ausdrücken kann.
Mit diesem Kommunikationsproblem haben Heimbewohner jeden Tag zu kämpfen. Einige können sich niemals mit Worten ausdrücken, sondern nur mit Händen und Füßen und selbst das ist bei vielen problematisch.

 

Hierzu ein kleines Beispiel, das ich neulich erlebt habe und mich unter anderem auf die Idee brachte, dieses Thema für meinen Bericht zu wählen.
Wir waren gerade mit dem Mittagessen fertig und ich begann die Teller abzuräumen und die Stühle zu stapeln. Federica saß noch an ihrem Platz und aß die letzten Mandarinenschnitze auf. Ich stand da und trank meinen Becher leer, um ihn dann auch abzuräumen, als Federica plötzlich aufstand, dabei den Stuhl umschmiss und auf mich zulief. Eine Kollegin kam und wies sie zurecht, sie solle ihre Mandarinenstücke fertig essen. Ich sagte nichts, stellte meinen noch nicht leer getrunkenen Becher auf den Tisch und wechselte die Müllsäcke. Als sie brav fertig gegessen hatte, stand sie wieder auf und wollte meinen Becher greifen, schmiss ihn jedoch um. Meine Kollegin und ich schimpften, was diese Sauerei soll. Sie solle doch raus gehen bis wir hier fertig sind.
Später, in ihrem Zimmer, lief sie ins Bad, drückte den Hebel vom Wasserhahn hoch und wollte trinken. Ich fragte sie, ob sie Wasser trinken will und sie nickte. Sie trank drei Becher Wasser auf ex.
Es tat mir anschließend sehr Leid, dass wir ihr so unrecht getan hatten. Seither bemühe ich mich noch mehr die Bewohner zu verstehen. Nur manchmal führen sie einen auch an der Nase herum, vorallem Federica kann ein Schlitzohr sein.

 

Wenn man die Sprache von Menschen nicht versteht, achtet man automatisch viel mehr auf deren Verhalten, Gestik und Tonfall. Dadurch hat sich meine Menschenkenntnis verbessert und ich merkte, dass man Persönlichkeiten einschätzen kann, ohne deren Gesprochenes genau verstehen zu müssen. Durch meine verbesserte Menschenkenntnis erkannte ich, dass es in Konfliktsituationen wenig bringt, agressiv auf der eigenen Meinung zu beharren. Ich begann meine Verhaltensweisen und Einstellungen zu überdenken - Vielleicht bin ich ja im Unrecht, die Argumentation meines Gegenüber hat bestimmt auch ihre Berechtigung - und positive Lernerfahrungen aus Konflikten zu schöpfen.

 

Um weiter zu kommen, wenn ich mit meinem Vokabular am Ende angelangt bin, habe ich auch schon auf alternative Kommunikationswege, wie Bilder, zurück gegriffen. Als ich z.B. für mein Fahrrad einen Schraubenschlüssel brauchte, nahm ich mir Zettel und Stift und malte. Ich bekam, was ich wollte auch ohne Sprache. Und am Ende mussten wie beide über die Zeichnung lachen.
So haben auch die BewohnerInnen Hilfsmittel zur Kommunikation, wie z.B. Symbole, auf die sie zeigen können, hierzu einige Bilder.

 

Die beiden unteren Bilder zeigen das Mini-Theater zum Buch "Alice im Wunderland". Ich habe die wichtigen Figuren des Buches abgemalt, ausgeschnitten und laminiert. In der Kiste kann man die Geschichte etwas nachspielen. Durch diese Veranschaulichung wird es für die Bewohner einfacher die Geschichte zu verstehen und natürlich auch interessanter.
Das letzte Bild zeigt einen Ausschnitt unserer Briefkästen, die für einige Bewohner gemacht wurden.
Oben rechts zeigt Marissa gerade, dass sie als Nachtisch gerne Kuchen hätte. Diesen Bogen verwenden wir immer, wenn wir auswärts Essen gehen.
Links daneben ist die Tischunterlage von Fiorella zu sehen. Hier kann sie zeigen, was sie als Nächstes essen möchte, ob sie mehr oder nichts mehr haben möchte.
Es ist immer aufwändig diese Hilfsmittel zu benutzen, weshalb sie leider selten zum Einsatz kommen. So wird Fiorella dann doch schnell der Teller Supper vorgesetzt, den sie eigentlich nicht möchte, weil gegessen werden soll was auf den Tisch kommt. Da geht der freie Wille im Zeitdruck des Arbeitsalltags unter; oder ist es Bequemlichkeit?

 

Nicht nur bei der Arbeit spielt dieses Thema eine große Rolle. Auf unseren Seminaren nahmen wir das Thema interkulturelle Kommunikation intensiv durch. Auf dem Zwischenseminar in Rom griffen wir das Thema nochmals auf. Ein Aufgabenbereich war zu notierten, in welchen unterschiedlichen Rollen wir uns in den ersten sechs Monaten befanden. Welche wir als eher negativ und welche als eher positiv erlebten oder empfanden. In der Rolle als "Mädchen für Alles" befand ich mich auch schon. Diese Rolle hängt meiner Meinung sehr stark von der Art der Kommunikation ab. Bei bestimmten Kollegen fühle ich mich heute noch in dieser Rolle und bei anderen bin ich frei, ergreife Eigeniniziative und werde nicht durch die Gegend gejagt als Handlanger.
Eine andere Rolle, die ich in der Anfangsphase öfter erlebte sich Rollenlos zu fühlen. Es war ein Gefühl zu überflüssig zu sein, da durch erschwerte Kommunikation mir keine Aufgaben erteilt wurden. In diesem Momenten empfand ich es als nur doof rumzustehen und keine Rolle zu bestitzen.
Natürlich fühle ich mich stets auch in postiven Rollen, z.B. als Helfer und Freiwilliger.
Durch Austausch auf dem Romseminar mit den anderen Freiwilligen erfuhr ich, dass sie sich ebenfalls die ersten Monate in diesen Rollen fühlten. Es beruhigt einen.
Die Tage in Rom genoss ich sehr mit den anderen. Es war schön sich auszutauschen, gemeinsam zu musizieren, zu lachen und Rom anzuschauen.

Wer meinen Blog verfolgt weiß schon, dass ich an Weihnachten in Deutschland war. Bis zum 24.12. um 17:30 Uhr wussten es selbst meine Familie und Freunde nicht. Es war für alle eine Überraschung. Ohne, dass ich große Geschenke dabei hatte, konnte ich allen allein mit meiner Anwesenheit eine so große Freude machen. Das was sehr schön für mich, das so zu erleben. Die Zeit zu Hause, das gute Essen, warme Zimmer und Menschen, die mir wichtig sind, genoss ich in vollen Zügen.

 

Die Freude auf die Rückkehr ins Heim und auf Italien war jedoch mindestens genau so groß. Auf dem Rückweg trafen wir Deutschen, die in Norditalien ihren Dienst absolvieren, uns am Flughafen in Turin und besuchten David (deutscher Freiwilliger) in Florenz, um dort Silvester zu feiern. Silvester in einer so großen Stadt war für mich etwas Neues. Dann noch kurz am schiefen Turm von Pisa vorbei und wieder zurück ins ruhige Zimmerchen in den Bergen!

Beim Arbeiten suche ich mir jetzt schon selbstständig Aufgaben. Im Moment erneuere ich die Symbole an Türen und Schubladen. Sie zeigen den Raum an oder was sich in der Schublade befindet. Das wird dem nächsten Freiwilligen die Anfangsphase erleichtern. Ich kann mich gut erinnern, dass ich anfänglich oft lange die Schränke durchsuchen musste bis ich was fand.
Ein andermal beschäftige ich mich intensiv einen Vormittag mit einem/r BewohnerIn über. Mit Tiziana bastle ich, wir kehren nach dem Essen und brigenn gemeinsam den Mull raus. Das braucht natürlich alles seine Zeit, aber ich habe sie im Vergleich zu den Hauptamtlichen.
Ganzkörpermassage bei Entspannungsmusik, Kissen und Decken für Federica kann auch sehr schön sein.
Als hier Schnee lag, stapften wir zusammen raus in den Schnee. Die einen waren von diesem kalten Weiß total begeistert und aßen es sogar - die anderen fanden es dann doch zu kalt und nass. Schlittenfahren war den Meisten allerdings nicht geheuer. Nur mit Barbara bin ich einmal den Hügel herunter gefahren.
Dieses Jahr hatte es hier verhältnismäßig wenig Schnee, was mir aber, da ich nur ein Fahrrad habe, nicht unrecht war. Seit Ende Februar scheint hier ununterbrochen die Sonne und gestern wurde ich darauf angesprochen, dass ich im Gesicht schon etwas braun geworden bin. In meiner freien Zeit sitze ich viel auf der Terrasse, die ich von Unkraut und Gestrüpp befreit habe, und lese oder spiele Gitarre.
Meine Freizeit gestalte ich nach wie vor sehr aktiv.

 

Auch wenn ich momentan viel am Schreibtisch sitzen muss, um mich um meine Zukunftspläne mit Studium und Bewerbung kümmern muss. Dabei hat mich das Jahr auf jeden Fall beeinflusst. Nach meinem Studium möchte ich wieder mit Menschen arbeiten, die eine geistige oder körperliche Einschränkung haben.

 

Jetzt freue ich mich riesig auf die Tage, in denen ich hier von meiner Schwester und dann von zwei Freundinnen besucht werde.


Vom 13. bis 27. Juni werden Annarosa, Bastian, Daniel und ich nach Sizilien fliegen und Urlaub machen. Der Plan ist einmal rund um die Insel alle Freiwilligen dort zu besuchen. Ich freue mich schon drauf zwei Wochen die heiße Sonne zu genießen.

Mehr Infos und Bilder findet ihr auf meinem Blog:
www.missionitalia.jimdo.com

 

Viele sonnige Grüße aus dem schönen Pellice Tal

 

Eure Mirjam

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Di

21

Feb

2012

Viele schöne Bilder ...

Seminar in Rom

Evolution eines Freiwilligen Evolution eines Freiwilligen

Das Seminar in Rom war wie ein kleiner Urlaub. Auch wenn Morgens aufstehen angesagt war, konnte man das Programm wesentlich konzentriert und aufmerksamer verfolgen, als auf den vorigen Seminaren, da die Tage nicht mit Programm zugekleistert waren.

Zu den Programmpunkten gehörten:

Rückblick auf das erste halbe Jahr.

Hier war es unsere Aufgabe eine Emotionskurve zu zeichnen. Meine begann im Plusbereich (2Wochen Sprachkurs), sank dann ins Minus (Start, alleine, an der Arbeitsstelle) und stieg dann kontinuierlich nach oben. Jetzt hält sie sich weit oben im Plusbereich!

Ein anderer Aufgabenpunkt bestand darin Rollen zu notieren, in denen wir uns bisher im Ausland befanden. Z.B. "Mädchen-für-Alles", Rollenlos, Freiwilliger, Handlanger, ...

Einzelgespräche gab es natürlich auch. Hier konnten wir ganz vertraulich Probleme ansprechen und uns Hilfe holen, wenn nötig.

Natürlich hatten wir, vorallem Abends, sehr viel Spaß zusammen. Viel gelacht, gespielt, erzählt und musiziert. Unteranderem auch dieses Lied und endlich kann ich es auf Gitarre begleiten.

 

Von guten Mächten treu und still umgeben

behütet und getröstet wunderbar

wo will ich diese Tage mit euch leben

und mit euch gehen in ein neues Jahr

 

 

Zwischen den Programmpunkten blib immer genügend Zeit, um uns auszutauschen. Schön, von den anderen erzählt zu bekommen wie es ihnen die letzen Monate erging. Und man stellt schnell fest, dass jeder mit ähnlichen Startschwirigkeiten zu kämpfen hatte. Leider jedoch haben wir in diesem Jahrgang einige, die das Jahr abgebrochen haben. Die Gründe sind unterschiedlich. Bei mir könnt ihr froh sein, wenn ich überhaupt wieder komme. ;)

 

Unteranderem blieb uns auch ein Tag frei, um Rom anzuschauen...

Falò

Carnevale Ivrea

 

3 Tage lang Orangenschlacht in Ivrea.

Verschiedene Gruppen, die gegeneinander antreten und sich dabei mit Orangen bewerfen. Jeweils eine Mannschaft, die vom Wagen aus Orangen werfen und eine vom Boden aus. Ziel des Spieles ist mir nicht wirklich bekannt. Am Ende gibt es jedoch einen Gewinner, den die  Schiedsrichter aussuchen.

Schon nach dem ersten Tag wurden 250 verletzte ins Krankenhaus gebracht.

 

 

Was die letzte Zeit hier in meiner 2. Heimat passiert darf natürlich auch nicht vergessen werden.

Am 29.1. kam der erste Schnee! Für die Verhältnisse hier ist das sehr spät. Natürlich sind da die Temperaturen auch ordentlich ins Minus, sodass in meinem Zimmer nur noch 15C° waren und mein Schlafsack seinen Dienst tun musste.

Den Schnee haben wir beim Arbeiten gleich genutzt und sind mit Bewohnern raus Schlitten fahren. Die einen wollten gar nicht mehr aus dem Schnee und finden ihn auch ganz lecker, doch andere wiederum ist das doch etwas zu kalt und so ein Schlitten kann schon ganz angsteinflösend wirken.

Mittlerweile jedoch ist der ganze Schnee schon wieder getaut und man kann den Frühling schon riechen. Die Sonne scheint jeden Tag. Da habe ich gleich die Gelegenheit genutzt und den Eingangsbereich, der zu Orsi und meiner Wohnung führt von Unkraut befreit. Die Terasse ist jetzt auch wieder frei gelegt und kann im Sommer dann vielleicht mit den anderen Freiwilligen zum Grillen benutz werden.

Letzte Woche war ich reiten, was eine meiner Lieblingsaktivitäten ist.

Steffanie (Collegin und Engländerin): "Jetzt gehen wir schon seit Jahren hier reiten und immer wieder kommen die Collegen mit Turnschuhen her und versinken im Matsch. Du kamst zum ersten Mal reiten und gleich mit Gummisteifel, was praktisch ist - typisch Deutsch.

-> Neue Bilder von meine Arbeit im Uliveto findet ihr hier: Galerie/Bei der Arbeit

 

Bei den Spenderberichten, die wir schreiben müssen ist eine Änderung aufgetreten. Ursprünglich war vorgegeben drei Berichte zu schreiben (Dezember, März und Juni). Dies wurde nun auf 4 erweitert, was bedeutet, dass wenn ich zurück in Deutschland bin noch einen Bericht für alle Spender folgen wird.

Mein zweiter ist gerade in Arbeit und wird anfang/mitte April in den Briefkästen sein!

 

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So

15

Jan

2012

Gelungene Überraschung

Spaziergang mit Orsi. Spaziergang mit Orsi.

Ich packe meinen Koffer und er geht zum Glück zu. Ich setze mich mit Basti in den Zug Richtung Turin. Wir steigen um in den Shuttlebus und schon sind wir am Flughafen angekommen.
Da stand ich auf einmal für gute 5 Tage auf deutschem Boden. Keiner, bis auf meine große Schwester Hanna, wusste bescheid, dass ich über Weihnachten kommen werde.
Die Tage vergiengen schnell um und ich habe die Zeit mit den Menschen verbracht, die mir wichtig sind bzw. denen ich wichtig bin. Es war schön einige wieder in den Arm nehmen zu können, jedoch habe ich nach ca. 8 Stunden Ankunft in Deutschland Heimweh oder auch Fernweh bekommen.
Ich bin am 23.12. abends gelandet. Am Tag drauf überraschte ich Familie und Freunde. So waren wir an Heiligabend wieder komplett. Ich werde die Gesichter nie vergessen als ich hinter dem Auto hervor sprang. Ich danke euch dafür! Schön zu wissen, dass man so viele Menschen nur mit seiner Anwesenheit zum weinen und lachen gleichzeitig bringen kann.

Früh Morgens am 30.1. machten wir uns auf den Weg zurück zum Flughafen. Basti und ich warteten in Turin am Flughafen auf Rosa und Daniel. Nach einer 2-stündigen Verspätung, da Rosas Gepäck nicht mitgeflogen wurde, brachen wir mit dem Leihauto nach Florenz auf. War aber gar nicht schlecht, dass wir Rosas Gepäck nicht hatten, da es unmöglich in den kleinen Fiat gepasst hätte.
In Florenz erwartet uns schon David (ein anderer Freiwilliger). Silvester in einer so großen und zugleich wunderschönen Stadt war etwas ganz neues für mich. Anonym konnte man durch die Straßen gehen und die milde Abendluft genießen. Neujahr verbrachten wir am großen Platz beim Dom.
Am Tag drauf sahen wir uns Florenz noch bei Tag an und fuhren auf dem Rückweg über Pisa. Ich mein den schiefen Turm muss man ein Mal in seinem Leben gesehen haben. Und auch wenn es beknackt ist, auf einen Bild so zu tun als würde man ihn halten oder umschmeißen, jeder macht dieses Bild. (Bilder findet ihr in der Galarie. Album: Florenz/Pisa)

Kaum war ich zurück in meinem italienischen zu Hause kam Vorfreude auf. Endlich konnte ich wieder alle Bewohner sehen und Arbeiten.
Anfangs waren meine Gefühle gemischt, aber mein Herz schlug nach den ersten Stunden wieder für´s Uliveto, meine Wohnung und Italien.
Gleich am ersten Arbeitstag habe ich wieder einen schönen Ausflug mit Heimbewohnern gemacht. Meinen freien Abend gestaltete ich wie so oft mit einem spannenden Buch, Tee, Keksen, Musik, einer Decke, Kerzen, etc. Was man so braucht um sich pudelwohl zu fühlen.

Blad geht es schon wieder an´s Packen, da unser Zwischenseminar in der Nähe von Rom sein wird. Süd- und Norditaliener treffen sich dort für eine Woche. Bin schon gespannt wie das wird. Zusammen mit Orsi gestalte ich gerade ein Referat über unsere Stelle. Natürlich auf italienisch. Jeder muss das machen.
Freu mich sehr darauf alle wieder zu sehen!

Mein Computer muss für Reperaturen nach Deutschland geschickt werden. Das bedeutet, dass ich mich für eine längere Zeit auf meinem Blog nicht melden kann.
Bis dahin und euch allen wünsch ich noch das Beste für das neue Jahr!

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Do

22

Dez

2011

Über Grenzen hinauswachsen

Mit diesem Blogeintrag melde ich mich zum letzten Mal dieses Jahr. So schnell kann es gehen..
In 2 Tagen ist Weihachten und ich hab natürlich frei. Damit Weihachten dieses Jahr nicht ganz an mir vorbei geht habe ich vorgestern doch noch Kerzen organisiert. Die Weihanchtsplätzchen waren von Rosas Eltern, die Schokobons von Orsi, Der Tannenzweig von Basti und die Kekse von mir. Das ist also Weihnachten bei mir dieses Jahr. Inprovisierter Christbaum mit Klopapierschmuck und Espressotassen als Kerzenständer.

Im Heim hatten wir am 18.12. nun schon Weihnachten, da einige Besuch von ihrer Familie bekommen. Leider nicht alle. Orsi und ich hatten unseren kleinen Auftriff und es hat auch gut geklappt. Tiziana, eine Bewohnerin aus dem Heim, hat noch eine "Rede" improvisiert und gesungen. Natürlich gab es auch viele tolle geschenke. Für Cinzia unsere "Geheimsprachenspezialistin" gab es ein "Kick" (= Foto oder foto machen). Da fährt sie total drauf ab. Alles in allem war es nett auch mal die Eltern kennenzulernen, aber der Aufwand für die 2 Stunden war schon anstrengend.

Zusätzlich waren wir Norditaliener an diesem Wochenende (16 auf 17.12.) in Agape. Agape ligt bei Prali und ist eine Art Begegnungszenturm. Dort kann leben wer möchte und sich dort einbringt, aber auch Jugendgruppen etc. kommen dort hin. Zwei weitere Freiwillige von uns arbeiten und leben dort.
Da dort ein großes Fest war bei dem alle Leute aus Prali eingeladen waren gab es ein großes Essen. Wir mussten natürlich auch helfen. Als dann alle gegangen waren und die derzeit 15 Bewohner in Agape und wir noch da waren stieg die Party dann nochmal.
Am nächsten Morgen durfte der Schlitten natürlich nicht fehlen. (Den mir Mama und Papa mitgebracht haben.)

Heute war beim Arbeiten noch etwas besonderes. Mit der Krankenschwester (Silvia) habe ich Robi (Bewohner) nach Turin begleitet und zurück. Er musste zur Kontrolle zum Zahnarzt.

Nun noch einen kleine Geschichte zu einem anfangs normalen Arbeitstag.
Nachdem alle gefrühstückt hatten und Ruhe eingekehrt war. Frag mich Sonia (Arbeitskollegin), ob ich den einen Führerschein habe und mit Loredana an den Bahnhof fahren würde. Dort würde Alice (Arbeitskollegin, die gerade in Mutterschutz ist) warten, um mit uns einen Kaffee zu trinken. Für mich war das natürlcih kein Problem. Nachedem sich rausgestellt hatte, dass das Auto gerade in gebrauch ist sollte ich an den Piazza San Giovanni laufen und sie würde dort warten. Auch kein Problem. Wir steifelten zu zweit los...
Angekommen keine Alice da. Wir warten und warten. Dann bin ich mit Loredana bischen über den Markt und zum Bahnhof, da ich hoffte Alice wäre da. Wir warteten wieder. Da begann Loredana mürrisch zu werden und wollte ihren Kaffee (Für sie ist das ein fester Ablauf: Zu Fuß auf den Markt und danach ein Kaffee mit Briosch und wieder zurück. Wenn da etwas anders kommt kann das fatal enden.). Als immernoch keine Alice in Sicht war. Fing Loredana an richtig zu bocken und zu schreien, da sie ihren Kaffe haben wollte. Blieb vor einem Auto stehen, dass gerade aus der Parklücke fahren wollte, rannte in ein Café und forderte einen Kaffee. Ich Trottel hatte natürlich weder ein Handy noch Geld dabei. Was bitte soll man in solch einer Situation machen. Zurück gehen war unmöglich, da sie durch die Gegend schrie nach ihrem Kaffee.
Letztenendes habe ich das Problem so gelöst. Ich habe mit Engelszungen auf sie eingeredet mit mir bitte in ein Café zu gehen, wo sie Loredana schon kennen. (Dort geht ein anderer Arbeitskollege immer hin mit ihr.) Die haben ihr dann einen Kaffee gemacht und ihr ein Briosch gegeben. Ich hab währenddessen nach einem Telefon und der Nummer vom Uliveto gefragt (Am Ende standen 5 unfähige Italiener ums Telefonbuch.). Ich sprach mit der Chefin und die schickte Alice zu uns.
Da ist doch nochmal alles gut ausgegangen, aber mein Oberteil war durch und durch nassgeschwitzt. Loredana rennt auch einfach mal weg, wenn ihr was nicht passt. Schlimmer als ein Kind.
Das Missverständnis lag im Ende am Piazza. Für mich war klar, dass in Luserna San Giovanni der Piazza San Giovanni im Zentrum ist, wo wir immer sind. WO der Mark und auch der Bahnhof ist. Der Platz (Piazza) ist jedoch in der Nähe des Ulivetos.

So lernte ich über meine Grenzen hinauswachsen und wurde wieder ein Stück erwachsener.

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Mo

12

Dez

2011

Dezember/dritter Advent in Italien

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Sa

03

Dez

2011

Es war der erste Advent und morgen ist schon der zweite?

 

 Io vado con lanterna, la mia lanterna con me.
Nel cielo brillan le stelle, qua sotto splendiamo noi.
Si spegne il lumino sul mio cammino, rabimmel rabammel rabum.
Riaccendo la fiamma che mi accompagna, rabimmel, rabummel, rabum.

Laternenumzug, der aber von deutschen hier eingeführt wurde und immer mehr Italiener begeistern konnte. Ich war mit meiner Trompete natürlich auch vertreten und sogar mit Laterne.

 

 

Ein Tag mit Orsi in Turin..
Mein Geldbeutel und ich hatten am Ende des Tages eine kleine Auseinandersetzung, aber wir haben uns jetzt im Dezember wieder vertragen.
Am Tag drauf feierten wir nachträglich Orsis Geburtstag. Sie hatte alle Freiwilligen bei sich eingeladen zum Pasta essen. Als ob wir nicht schon genug Pasta hätten, aber gut und ein schöner Abend war es trotzdem.

19.11.Concerto! Ich war als Trompeterin im Posaunenchor aktiv dabei. Der Chor, der nach uns dran kam (war eine Art Freuerwehrkapelle) hat uns leider gnadenlos in Grund und Boden gespielt. Einige Lieder, die wir gespielt haben kannte ich schon aus Deutschland; z.B. "Es ist uns der starke Gott, Halleluja oder "Intrade in Jazz"
Eine Woche drauf fans in Luserna ein Konzert statt mit Chor und afrikanischer Trommelgruppe.
Durch Zufall sind wir auf das Konzert gestoßen und es hat uns allen so gut gefallen. Als es vorbei war am Ausgang haben wir uns mit afrikanern noch unterhalten und ein "Live-Freestyle-Rap-Battle" 1 A improvisiert bekommen. So herzliche Menschen muss man erstmal treffen ..

27.11. Stop, war das nicht der 1. Advent?
Damit dieser Tag hier nicht ganz unter geht und wir Freiwilligen etwas in Weihnachtsstimmung kommen haben wir bei mir Punsch gekocht, Lebkuchen gegessen und ein paar Weihnachtslieder gesungen mit Gitarrenbegleitung. Zum Abschluss noch ein Film mit viel Schnee.


Zum Thema Weihnachten:
Einige der Freiwilligen fahren über Weihnachten oder sogar noch über Silvester heim. Andere, wie ich, gar nicht. Silvester werden ich und ein paar andere in Florenz bei David, einem anderen Freiwilligen, verbringen. Da freu ich mich schon sehr drauf. Weihnachten ist nichts konkretes geplant. Ich denke meine Trompete wird wieder zum Einsatz kommen!

Auf der Arbeit:
Zum ersten Mal bin ich mit 3 Bewohnern Abends mit in die Pizzaria. Die 3 (Marco, Loredana und Fiorella) haben sich vor Freude fast überschlagen. Auf der Autofahrt zurück ins Heim haben wir zu sechst den Pullmino mit Liedern gerockt. Gesungen und wer nicht konnte hat geklatscht. :) "O bella ciao, bella ciao, bella ciao, ciao, ciao! ..."
Orsi, zwei Arbeitskollegen und ich bereiten zwei Songs für die Adventsfeier am 18. Dezember im Uliveto vor.
Hier die beiden Lieder:
http://www.youtube.com/watch?v=yN4Uu0OlmTg

http://www.youtube.com/watch?v=6Uxo53Cd78Y
Nun lerne ich fleißig ungarisch und weiter Gitarre spielen.

Ende November haben Alice und Elisa (die beiden italienischen Freiwilligen) ihren Dienst im Uliveto beendet. Als Abschied gab es ein kleines Fest mit Kuchen, heißer Schokolade, Musik und Abschiedsgeschenken. Da sind schon die ersten komischen Gefühle bei mir aufgekommen, wenn es bei mir dann mal so weit ist und ich zurück nach Deutschland muss. Naja, aber noch habe ich 8 Monate vor mir und ich bin über jeden Monat und Tag hier froh.

Mein erster Bericht für die Unterstützer ist fertig und müsste bald veröffentlich werden. Liebe Grüße aus Italien und Euch allen eine gesegnete Adventszeit uns Weihnachtszeit!
Mirjam

Turin Turin
Konzet Konzet
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Fr

18

Nov

2011

Ohrwurm!

Volare, oh oh!
Cantare, oh oh oh oh!

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Mo

07

Nov

2011

Alltag und irgendwie doch nicht...

Blick vor meiner Haustüre Blick vor meiner Haustüre

 

Hiermit erwecke ich meinen Blog wieder zum Leben.
Ich konnte mich erst jetzt überwinden wieder einen Bericht zu schreiben, da es seit Tagen durchgehend regnet und ich viel in meiner Wohnung bin.

Ein Deutscher möchte über Italiener lachen, dann versuche ihm das Wort Streichholzschächtelchen oder Tannenzapfen beizubringen.

Arbeit
Meine Arbeit läuft soweit gut. Langsam kommt ein bischen Alltagstrott in die ganze Sache und es wird auch anstrengender, da man immer mehr machen und sprechen kann. Es ist aber nicht nur anstrengend, sondern auch ein tolles Gefühl mehr verstehen zu können. Meinen ersten großen Schock beim Arbeiten habe ich nun auch hinter mir. Ich gab Massimo einen kleingeschnittenen Apfel, doch er kaute und kaute. Ich gab ihm weiter Apfel, doch er schluckte nicht runter. Ergebis war dann ein roter Kopf und fast brechender Massimo, doch zum Glück waren in der Küche 2 Kollegen und konnten ihn im Rollstuhl von hinten ruckartig am Bauch hochziehen. Von mir bekommt er jetzt nur noch Brei mit einem kleinen Löffel ..
Zusmmen mit Schulkindern machen wir im Heim ein Projekt. Wir treffen bestimmte Schulklassen 4 oder 5 Mal mit jeweils einer Bewohnerin aus dem Heim. Einmal durfte ich schon dabei sein. Mir hat es sehr gut gefallen. Anfangs sprachen wir mit den Kindern über Ängste, aber auch über Erwartunden und Hoffnungen. Danach bekam jeder/e ein großes Blatt Papier und ließ sich von einem/r PartnerIn ummalen und dann selbst mit einer belibigen Farbe ausmalen. Dazu hörten wir Musik und ich half Barbara (einer Bewohnerin aus dem Heim) ihr Bild auszumalen und machte nebenbei Bilder, die teilweise auch auf meinem Blog zu finden sind im Album: "Bei der Arbeit".
Als ich gerade mal wieder Luft beim Arbeiten hatte, habe ich mir das Wörterbuch von Coccas Sprache angesehen, damit ich sie besser verstehen kann. Wenn sie alleine im Salon auf dem Boden sitz und malt, kann man sie vom Flur aus beobachten und lauschen. Sie redet ununterbroche, aber auf ihrer Sprache und fast alle Laute haben eine besitmmte Bedeutung. Zum Beispiel: "Fff, fff" = Kaffee trinken; "Hhha, hhha" = der Doktor; "Biiim-bi" = die Kinder; Bub-bup" = der Zug usw.
In letzter Zeit hatten wir auch einige Feste hier:
1. Verabschiedung des Sommers bzw. Begrüßung des Herbstes
   Saß ich 1 Stunde da und hab Esskastanien angeritzt und mich natürlich geschnitten. Tannenzapfen war ich ein paar Tage davor schon sammeln.
2. drei Geburtstage von Bewohnern
   An Geburtstagen gibt es Kuchen, Musik, Luftbalons, etc.
3. natürlich wird Halloween hier auch gefeiert
   An der Feier selbst war ich nicht dabei, aber ich habe Mittags geholfen Plakate mit Kürbisen, Geistern, Spinnen, .. zu malen und einen Kürbis aushölen.
Seit dem 25.10. haben wir Arbeitskleidung im Heim, jedoch leider nicht für die Freiwilligen. Ich hätte gerne auch welche, da meine Kleidung doch ordentlich drauf geht. Von anmalen über Spuckflecken bis zu ausleihern vom dran ziehen. Die Familiäre Atmosphäre geht etwas verloren, doch aus Hygienischen Gründen musste sie eingeführt werden.
Heute habe ich 2 1/2 Stunden verschlafen, d.h. normal sollte ich um 8.00 Uhr anfangen und bin dann um 10:30 Uhr auch mal da gewesen. Bei Italienern ist das aber alles halb so wild. Peinlich war es mir trotzdem.

Freizeit
Bei dem Regenwetter in Moment schauen wir Freiwilligen oft zusammen Filme oder quatschen einfach. Zudem habe ich angefangen Gitarre zu spielen und selbst Lieder zu schreiben. Mein erstes ist schon fertig (Freundschaft voll Farben), aber es klingt natürlich noch nach Anfänger.
Vor eine Woche haben Bastian und ich uns ein Twister auf ein Bettuch gemalt, damit wir in den Wintermonaten trotzdem in Bewegung bleiben. Ich hab die Farbe organisiert, da wir mit den Behinderten oft malen und Bastian das Betttuch und los gings!
Zur Abwechslung, um nicht immer nur Pasta, Pizza und Reis zu essen, kochen wir bei Lukas in der Küche zusammen. Letzt gab es Dampfnudeln. :)
Mitte Oktober kamen nochmals neue Freiwillige hier an. Jetzt wird unser Sprachkurs verlängert, was mir nicht schadet. Malte Dahme (vom FÖF), war auch in dem Zeitraum hier und hat mit jedem von uns ein Einzelgespräch geführt. So haben wir die Chance bekommen frei über unser Befinden und unsere Erfahrungen hier zu sprechen. Wenn etwas nicht gut laufen sollte und wir es nicht alleine Regeln können, besteht die Möglichkeit, dass er uns hilft. Das ist toll zu wissen, dass die Organisation einen nicht nur entsendet, sondern dann auch während dem Jahr für einen da ist.
Gestern sind Jannis, Mama und Papa wieder abgereist. Sie waren hier eine Woche zu besuch und haben in Villar Pellice (zwei Ortschaften weiter gewohnt) gewohnt. Die meisten anderen Freiwilligen hatte in der Zeit ihren Freund oder Freundin zu besuch. Sie haben mir einiges wichtiges mitgebracht: Bücher, Heitzlüfter, Gitarre, leckeres Essen, Badteppich, Adventskalender, u.v.m. Das Wiedersehen war, als hätte man sich gestern erst verabschiedet, außer bei Jannis habe ich es an der Größe gemerkt. Der Abschied war wiedermal nicht einfach für mich, da die Zeitspanne bis wir uns wieder sehen viel länger ist als die erste.

Andrea (Lehrer vom Sprachkurs): "Warum sind die Freiwilligen im Uliveto eigentlich immer so gestört?"

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So

09

Okt

2011

Meine ersten Projekte

600 Sternschnuppen pro Stunde 600 Sternschnuppen pro Stunde

Es gibt schon wieder so viel zu erzählen ...


Ende September habe ich ein neues Bett bekommen. Es ist zwar nur 190X80 (bis jetzt bin ich nur 1 Mal rausgefallen), aber die Matratze und der Rost sind viel bequemer, als das Bett davor. Ich hab es sogar alleine aufgebaut!
Meine Joggingstrecke habe ich mittlerweile sogar verlängert. Ich muss die Zeit nutzen solange noch kein Schnee liegt. Eine Alternative konnte ich aber auch schon finden. In Bibiana ist immer Dienstags und Donnerstags Gymnastik. Da ich kein eigenes Auto habe fahre ich um 19.00 Uhr mit Lukas, Basti und Rosa nach Bibiana. Die Jungs haben dann 2 Stunden Handballtraining und um 21.00 Uhr strampeln Rosa und ich uns dann einen ab. Muskelkater lässt grüßen.
Am Wochenende haben wir mal wieder ein Lagerfeuer am Fluss zusammen gemacht. "Eintritt" war ein Stück Holz oder auch mehr und was zu Essen. Da ich Sonntags arbeiten musste hatte ich Freitags schon frei und habe den Morgen genutzt zum Einkaufen auf dem Markt in Luserna. Da habe ich es dann auch endlich geschafft ein Paket bei der Post wegzuschicken ohne 1 Stunde warten zu müssen und in dem Raum fast zu ersticken.

Von 12.00 - 19.00 Uhr abreiten zieht sich ewig, deswegen habe ich angefangen meine ersten Projekte zu beginnen. Unteranderem mit Orgi.
Wenn wir Ausflüge unternehmen werden gerne Bilder gemacht und da es jetzt schon öfter der Fall war, dass die Kameras nicht geladen waren soll ich das regelmäsig kontrollieren.
Seit kurzem gehen wir Sonntags in die Kirche. Ich war jedoch noch nicht dabei, aber ich habe es vor. Danach verteilen die Behinderten Papierblumen. Warum hab ich noch nicht genau rausgefunden. Jedenfalls haben Orgi und ich angefangen welche zu basteln. Immer wenn wir gerade Lust haben und nichts anderes zu tun.

Das Uliveto hat einen Saal, in dem eineige Spiele sind, eine kleine Bücherei, ein Fernseher, ein Kalvier, ein Computer, u.v.m. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht die Bücherei neu zu sortieren und zu beschriften, da die Bücher nach Alter sortiert sind, aber nicht nach Themen.
Im Heim leben einige, die normale Bücher nicht verstehen können und dafür spezielle Bilder brauchen und ganz leichte Sätze. Bis jetzt haben wir nur 2 Kinderbücher, die umgeschrieben wurden. Man muss sich es so vorstellen: Das Bild ist das gleiche nur der Text wird vom Original in eine Satz mit maximal 5 Wörtern zusammengefasst und zu jedem Wort gibt es ein Zeichen. Auf der Tafel sind weitere Zeichen z.B. eine rote Hand unter der "BASTA"  steht. Darauf können die Behinderten zeigen, wenn sie nicht weiter das Buch anschauen wollen. Hier sind jedoch auch Behinderte, die sich nicht bewegen können, aber alles sehr gut verstehen. Das erschwert die Situation natürlich und man selbst muss darauf zeigen und bei Tatiana ist ein "Gesichtverziehen" = "Nein" und ein Laut wie "Öh" = "Ja". (Ich werde nächste Woche ein Bild von einem Buch machen und es hochladen.) Wenn ich besser Italienisch kann will ich auch ein Buch machen.
Natürlich haben wir nicht nur solche vereinfachten Bücher hier, sondern auch Spiele.
Sara hat mir vor 2 Tagen eine Liste zusammengestellt mit Essen, dass ich fotografieren muss. Fiorella hat eine Tischunterlage, auf der man Bilder kleben kann. Vor dem Essen bringe ich dort die passenden Bilder an was es zu Essen gibt. So kann sie darauf zeigen was sie essen möchte und man muss nicht von allem etwas holen. Da manche Bilder nicht mehr vorhanden sind oder sie noch nie gab, soll ich neue machen, ausdrucken und einschweißen.
Zudem werden Orgi und ich im ganzen Heim weitere Bilder anbringen z.B. an der Küche ein Bild von einer Küchenzeile und darunter cucina. Das ist nicht nur Hilfreich für die Behinderten, sondern auch für die nächsten Freiwilligen und sie lernen dazu gleich noch Vokabeln.

Am Montag war im Saal Filmeabend auf einer großen Leinwand. Wir haben "Lissi und der wilde Kaiser" geschaut. Der Film war zwar auf Italienisch, aber ich hatte ihn schon auf Deutsch gesehen und die geschriebenen Dinge im Film waren auf Deutsch. Jedesmal, wenn der Schrifzug "Hier könnte ihre Werbung stehen" kam war ich die einzige, die fast vom Stuhl gefallen ist.

Erst hatten wir hier kein Wasser und dann diese Woche 7 Stunden kein Strom. Keine Ahnung was die Italiener da wieder treiben. Gab es zum Mittagessen eben nur Brot mit Käse und Wurst.
In Moment bin ich etwas krank (Halsschmerzen), deswegen konnte ich gestern leider nicht in die Chorprobe nach Torre. Für nächste Woche habe ich mir es aber fest vorgenommen aufzustehen. Es wurde schon nach dem Mädchen aus dem Ulivetoo gefragt. Es ist standart, dass die Freiwilligen aus dem Uliveto und die anderen, die auch Lust haben im Schulchor mitsingen. Bis jetzt habe ich mich noch nicht aufraffen können. 1. Weil es Samstag morgens ist und 2. weil ich nicht so singfreudig bin. Es wird aber bestimmt nicht schlecht sein, um neue Kontakte zu knüpfen mit gleichaltrigen.
Heute Nacht war Sterschnuppennacht (600 pro Stunde) auf der ganzen Welt oder zumindest überall da, wo keine Wolken am Himmel waren und wir hatten klare Sicht und einen großen Baum vor dem Mond. Irgendwann sind mir die Wünsche ausgegangen. Es war aber sehr schön mit Freiwilligen aus Afrika, Deutschland, Ungarn und Spanien lagen wir über eine Stunde auf der Wiese und sind fast erfroren.

Morgen geht es für mich mal wieder in´s Schwimmbad und Abends machen wir wieder Filmeabend im Heim. Ab Dienstag gehts los mit Projekten!

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Fr

30

Sep

2011

Orario di lavoro - Arbeitszeit

Heute habe ich meinen Arbeitsplan für Oktober bekommen.

An manchen Tagen sind verschiedene Aktivitäten eingetragen. Am 21.10. steht z.B. piscina. Das bedeutet, dass ich (von 14.00 bis 16.00 Uhr) mit ein paar Behinderten mit in das Schwimmbad in Pinerolo darf.

Das "R" bedeutet, dass ich frei habe. :)

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Di

27

Sep

2011

Die Entscheidung

Das Wandern ist des Müller´s Lust ... Das Wandern ist des Müller´s Lust ...

Die letzten beiden Wochen gingen noch schneller vorüber als die Ersten. Unglaublich wie die Zeit vergeht.

Meine allgemeinen bisherigen Feststellungen:
-    Essen: Pasta, Pasta, Pasta, Riso, Pasta, Pasta, Pizza, …
-    Radio ist hier fast nicht zu ertragen. Erstens zu viel unnötiges Gerede und zweitens alle
     Musikrichtungen auf jedem Radiosender gemischt. Die Werbung nervt mich jetzt schon!
-    Mein Lieblingswort ist Pullman (Reisebus, Omnibus)
-    Italiener rauchen sehr viel, leider auch an meiner Arbeitsstelle
-    zu 90% halten sie sich hier einen Hund oder auch zwei oder drei, weil sie Angst vor
     Einbrechern haben.
-    Italiener können kein Englisch
-    Jeder Ü20 fährt hier total auf D&G, Playboy, Hello Kitty und sonstiges Glitzerzeugs ab
-    Nichts mit Pornobrille! Hier werden „stylische“, sportliche Sonnenbrillen getragen – bei
     jedem Wetter
-    Auto = Klapperkiste, aber hauptsache so laut Musik wie es nur geht
-    hupt ein Auto, dann hupen Alle mit.
-    Fährt man nach Vorschrift ist das lebensgefährlich, denn dann werden sehr riskante
     Überholmanöver gestartet.
-    Definitiv zu viel Kaffee! Hier ist Kaffee=Espresso und Cappuccino=Kaffee
-    und und und

Zurück zu meinen beiden Wochen.
Als ich letzte Woche nach dem Sprachkurs zum Essen kam hatte Fiorella nichts gegessen. Verzweifelt versuchten Alle ihr Essen zu geben, doch sie schwenkte den Kopf träumerisch nach oben. Dann wurde mir erklärt, dass sie immer verträumt in den Himmel schaut, wenn sie verliebt ist und ich solle doch mal versuchen, ob sie von mir Essen nimmt. Sie aß.
Anfangs war es ganz nett, dass sie mich so mag, aber langfristig gesehen kann das zum Problem werden.
Am Tag darauf habe ich sie dann auch gebadet und ihr beim Aus-, Anziehen und Abtrocknen geholfen. Der Tag war für mich so eine Art Durchbruch, denn ich kam mir endlich mal wirklich nützlich vor. Langsam fange ich auch an selbständig Dinge zu machen. Wenn ich Arbeit sehe, dann helfe ich einfach oder mache es selbst, ohne, dass man mich auffordern oder fragen muss.
Am Wochenende war ich mit den anderen Freiwilligen aus der Umgebung (Bastian, Lukas und Rosa) in Turin. Der Plan war mit dem Auto zu fahren, das sich Bastian von einem älteren Herrn aus dem Altenheim wo er arbeitet leihen darf, doch in Pinerolo gab es auf. Wir warteten eine Stunde auf den Bus und kamen dann erst so spät in Turin an, dass wir uns entschieden erst am nächsten Morgen mit dem ersten Zug zurück zu fahren. Also stand uns eine lange Nacht bevor, die dann doch viel zu schnell vorbei war.

Mit Barbara spielte ich in der letzten Woche viel. Wir malten Fingerfarben und spielten Verstecken und Pferdchen. Nachdem wir mit den Fingerfarben fertig waren, wollte ich ihr die Hände waschen, was ihr anscheinend nicht so recht in den Kram passte. Und weil sie nicht sprechen kann, biss sie mir in den Arm.
Es wird Zeit, dass ich mehr Wörter lerne, damit ich mir besser Autorität verschaffen kann.
Wenn es Nachmittags nichts zu tun gab, weil dann die meisten schlafen, nutzte ich die Zeit und verbrachte sie intensiv mit Lukas. Wir spielten fast eine Stunde Ball. Jedoch im Sitzen, weil er nicht laufen kann. Zum ersten Mal hörte ich ihn laut lachen. Solche Reaktionen geben einem viel.

Mittlerweile war ich auch schon zwei mal im Schwimmbad in Pinerolo dabei. Immer Dienstag und Freitag sind Schwimmbadtage. Es können aber immer nur ein paar mit, weil Jeder einzeln betreut werden muss. Es war eine ganz neue Erfahrung für mich mit Schwerbehinderten in ein öffentliches Schwimmbad zu gehen. Beim zweiten Besuch half ich Frederica schon alleine beim Umziehen und ich wusste, dass es dort Pflicht ist eine Bademütze und Badeschuhe zu tragen.

Am Ende der Woche hatten Orgi (die Andere Freiwillige im Uliveto) und ich ein Gespräch mit der Chefin. Es ging hauptsächlich darum, wer in welcher Gruppe den Rest des Jahres arbeiten wird. Wir durften aber auch loswerden wie wir die ersten Wochen hier im Heim erlebt haben, wie es uns damit geht, ob in unseren Zimmern alles in Ordnung ist etc. Es fiel mir schwer auf Englisch und Italienisch genau zu beschreiben welche Gruppe mir besser gefällt, bzw. wo ich mich wohler fühle. Ich werde ab jetzt in der Gruppe Terra arbeiten, aber eigentlich wäre ich lieber in die Gruppe Aria eingeteilt worden. Orgi wollte aber auch in Aria. Ich bin zufrieden damit und komme gut zu recht.

Dieses Wochenende machten wir (die Freiwilligen) ein Lagerfeuer am Fluss. Daniel spielte Gitarre und der Rest versuchte verzweifelt Holz zu finden und gleichzeitig die Würstchen nicht schwarz werden zu lassen.
Samstagabend kamen endlich mal Alle zu mir - Für Einige ist es doch ein ganzes Stück zu mir - und wir machten einen Filmeabend.
Sonntags starteten wir um vier Uhr noch spontan eine Wanderung ins Nichts. Es war bewölkt und die Aussicht schlecht, aber wir hatten zum Glück keinen Regen und es war nicht kalt. Auf dem Gipfel kochten wir uns einen verdienten Kaffee, der schmeckte dann richtig gut.

Jetzt habe ich auch meinen richtigen Arbeitsplan für den restlichen Monat mit unterschiedlichen Arbeitszeiten. Z.B. am Montag von acht bis 15 Uhr, Dienstag erst später, zwölf bis 19 Uhr.

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So

11

Sep

2011

Aller Anfang ist schwer

Nun bin ich schon zwei Wochen hier. Es kommt mir vor, als würde ich hier schon ewig wohnen, doch zugleich sind meine Erinnerungen an die letzten Tage zu Hause noch so nah.
Mein Italienisch ist immernoch mangelhaft vielleicht sogar ungenügend, aber ein Fremdsprachenspezialist war ich ja noch nie. Die Wesentlichen Dinge jedoch klappen schon ganz gut. Adele, meine Vorgängerin hat mich beruhigt, dass bei ihr das ähnlich war.
Jetzt zu meiner zweiten Arbeitswoche, in der ich in die Gruppe "Aria" wechselte. Meine Arbeitszeiten blieben die gleichen. Das bedeutete für mich nicht viel Neues, außer Namen lernen, Heimbewohner kennenlernen und deren speziellen Bedüfnisse.
Am Anfang ist es sehr schwierig richtig mitzuhelfen. Beispielsweise beim Essen hat jeder seinen bestimmten Platz. Für manche gibt es bestimmtes Besteck, da sie nicht sehr beweglich in ihren Handgelenken sind. Elena zum Beispiel trinkt alle Becher am Tisch leer und schüttet die Krüge aus. Also besser an ihrem Tisch kein Wasser! Sowas passiert einem ein Mal und dann nie wieder.
Wenn ich um 9.00 Uhr anfange sind manche teilweise schon aus dem Bett in Richtung Speiseraum. Manche werden noch gebadet, geduscht oder angezogen. Dabei schaue ich in Moment noch zu. Beim Anziehen helfe ich mit.
Zum Frühstück gibt es meistens eine Schale Milch oder Tee mit Keksen drin. In Moment ist es nicht so, dass ich bestimmte Aufgaben habe, sondern ich suche mir die Aufgaben oder helfe, wo ich gebraucht werde. Roby, ein Behinderter der sich kaum bewegen kann und sich nicht mitteilen kann, gebe ich immer das Mittagessen um halb 12. Man muss sehr vorsichtig sein, denn er drückt mit der Hand gerne fest zu und zwickt einen dabei, aber das hab ich mir auch nur ein Mal gefallen lassen.
Bis zum Mittagessen gibt es verschiedene Aktivitäten. Diese Woche war ich mit Bruna und Luca hier in der Nähe auf dem Reiterhof. Luca durfte, mit Hilfe natürlich, das Pferd führen. Bruna dagegen hatte nach 100 Metern keine Lust mehr und wollte nach Hause fahren. Also mussten wir unseren Ausflug abbrechen und uns etwas anderes überlegen. Zurück auf dem Reiterhof bekamen wir dann eine kleine Show von Stefanie und dem Pferd.
Nach dem Mittagessen geh ich manchmal mit Bewohnern im Ort spazieren. Ein bischen an die Frische Luft. Meistens jedoch sitzen wir gemeinsam auf dem Balkon oder der Terrasse und unterhalten uns. In Moment höre ich noch zu und versuche etwas zu verstehen. Anfang der Woche habe ich auf dem Balkon mit Luca ein Armband und einen Ring gebastelt. Jetzt zeigt er mir es jedes Mal, wenn ich ihn sehe. Das freut ihn und mich.
Manche Bewohner machen einen Mittagsschlaf nach dem Essen. Ca. Um 15.00 Uhr wecken wir sie und dann gibt es für alle etwas zu tinken. Dann ist auch schon 16.00 Uhr und mein Arbeitstag ist zu Ende.
Die Zeit nach der Arbeit nutze ich dann um Wäsche zu waschen, mein Zimmer aufzuräumen und zu Duschen. Nach dem Abendessen, das um 19.00 Uhr ist besuche ich oft die anderen Freiwilligen hier in der Nähe oder sie kommen zu mir. So ist keiner von uns alleine und wir können uns austauschen.
Bis jetzt gefällt mir die Arbeit! Die Tatsache, das es schwerbehinderte Menschen sind macht mir keine Probleme, da ich im Vorraus schon einige Erfahrung hatte.
Morgen ist wieder Montag und ich wechsle schon wieder in die andere Gruppe ("Terra"), da die andere Freiwillige (Orgi) gekommen ist und sie in der Gruppe "Aria" anfängt zu arbeiten.
Jetzt lern ich noch ein paar Vokabeln, damit ich morgen wieder etwas neues verstehe bzw. sagen kann und geh schnell schlafen.

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So

04

Sep

2011

Die erste Woche im Uliveto

Nach den 2 Wochen Sprachkurs war es soweit und ein nächster Abschied stand uns bevor. Nachdem die Sizilianer aus dem Zug das "Azzurro-Lied" sungen (Das haben wir im Sprchkurs übersetzt und viel gehört) und wir am nächsten Morgen noch zwei an den Bahnhof brachten die in Richtung Florenz ihre Stelle haben, waren wir nur noch 5. Wir sollten um 9.00 Uhr an der Villa Orlanda abgeholt werden von unseren jeweiligen Chefs. Ich stand um 11.00 Uhr immernoch da, aber an die Verspätungen der Italiener habe ich mich bereits gewöhnt.

Nun bin ich schon eine Woche an meiner Arbeitsstelle im Uliveto und ich habe so vieles erlebt und gelernt, dass ich gar nicht weiß wie ich das alles schreiben soll.
Einige Bilder habe ich bereits hochgeladen. Von unserem 2-wöchigen Sprachkurs in Torre Pellice und meiner Arbeitsstelle im Nachbarort Luserna.
Jetzt zu meiner ersten Arbeitswoche im Uliveto.
Als ich dort ankam wurde ich von Bewohnern an die Hand genommen und herzlich begrüßt. Die Verständigung war ziemlich schwer. Eine Mischung aus englisch, italienisch, deutsch, Händen und Füßen.
Die Bewohner sind hier in zwei Gruppen aufgeteilt, Terra und Aria. Die erste Woche arbeitet ich in der Gruppe Terra mit und ab Montag darf ich in die andere Gruppe. Danach hab ich dann einen Einblick in die gesamte Arbeit hier bekommen und darf entscheiden wo ich 1 Jahr mitarbeiten möchte.
In Moment arbeite ich von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr, aber sobald ich fest in einer Gruppe bin wird sich das ändern und ich muss auch mal am Wochenende einen Tag arbeiten. Dafür habe ich dann einen Tag unter der Woche frei.
Natürlich kann und darf ich noch nicht so viel machen, aber es kommt jeden Tag etwas mehr dazu. Zu meinen Aufgaben in Moment gehören Tisch decken bzw. abräumen, mit den Bewohnern spielen, sie füttern, behilflich sein beim transferieren und umziehen. Am Dienstag haben wir einen kleinen Ausflug nach Pinerolo auf den Markt gemacht mit 2 Bewohnern. Dort habe ich ein Mädchen in meinem Alter getroffen, die eine ältere Dame im Rollstuhl geschoben hat. Sie sagte "Ciao" und nahm meine Hand und freute sich mich zu sehen. Ich nehme an sie hat eine ähnliche Aufgabe wie ich. Das Gefühl bzw. die Gefühle die ich hier habe und was ich erlebe kann ich nicht mit Worten beschreiben. Man muss es einfach selbst erleben. Es gibt einem sehr viel!
Wir machen alles gemeinsam mit den Bewohnern, auch die Mahlzeiten. Wir sind hier wie eine sehr große Familie. Ich wohne ja sogar direkt mit im Heim.
Ich dachte nicht, dass ich mich hier so schnell einlebe und wohl fühle.

Mein erster Einkauf in Luserna war ein kleiner Kampf, da meine Sprachkenntnisse leider noch miserabel sind, aber das soll sich schnell ändern. Deswegen hab ich mir dann doch ein Wörterbuch gekauft und es geschafft mir Briefmarken zu besorgen, eine Handykarte und einen Stick für das Internet. Jetzt bin ich erstmal ausgerüstet.

Grüße nach Deutschland!

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